Projekt REACT
Renewable Electrochemical Advanced Conversion of CO2 to Target products
Projektbeschreibung
Am 1. Mai 2026 startete das vierjährige Forschungsprojekt „REACT“. Die Abkürzung REACT steht für „Renewable Electrochemical Advanced Conversion of CO2 to Target products” (Deutsch: Erneuerbare elektrochemische Umwandlung von CO2 in Zielprodukte). Das Projekt wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des Horizon-Europe-Clusters „Klima, Energie und Mobilität“ gefördert.
Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer nachhaltigen und innovativen Wertschöpfungskette zur Nutzung industrieller CO2-Emissionen. Im Fokus steht dabei die Umwandlung von CO2 in Ethylen (C2H4), einen der wichtigsten C2-Bausteine und Ausgangsstoff für diverse Produkte des täglichen Lebens wie etwa Kunststoffe, Waschmittel, Farbpigmente, Beschichtungen sowie weitere chemische Erzeugnisse. Jährlich werden weltweit mehrere hundert Millionen Tonnen Ethylen hergestellt, wobei die konventionelle Herstellung Treibhausgasemissionen von bis zu 2 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Tonne Ethylen verursacht. Der jährliche Ethylenbedarf der europäischen Chemieindustrie kann nur durch Importe gedeckt werden. Zugleich basiert die europäische Ethylenproduktion auf fossilen Rohstoffen, die ebenfalls importiert werden müssen, wodurch die Importabhängigkeit zusätzlich verstärkt wird. Im Zuge des REACT Projekts wird ein neuartiges tandem-elektrochemisches Verfahren entwickelt, das demonstriert, wie CO2 aus den Abgasen schwer zu dekarbonisierender Sektoren wie Stahl-, Zement- und Chemieindustrie mithilfe erneuerbarer Energie in Ethylen umwandelt werden kann. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Entwicklung eines robusten und vor allem verunreinigungstoleranten elektrochemischen Systems, welches industrielles Abgas unter realen Bedingungen verarbeiten kann. Das mit diesem nachhaltigen Prozess hergestellte Ethylen soll anschließend zu Produkten wie Verpackungen (Procter & Gamble), Tensiden (Procter & Gamble) und Automobilkunststoffen (FARPLAS) weiterverarbeitet werden.
Projektziele
Die Hauptziele von REACT sind:
Entwicklung und Demonstration eines nachhaltigen Verfahrens zur Umwandlung von industriellem CO2 in Chemikalien und Polymere
Entwicklung eines robusten, verunreinigungstoleranten Tandem-Elektrolyseurs
Verbesserung der Lebensdauer der eingesetzten Katalysatoren unter realen Bedingungen
Validierung der Anwendung des nachhaltig produzierten Ethylens in den Bereichen Verpackungen, Tenside und Automobilkunststoffe
Durchführung technoökonomischer und ökologischer Bewertungen
Erstellung von Konzepten zur industriellen Skalierung und Replizierung der Technologie
Entwicklung digitaler Steuerungslösungen zur bestmöglichen Integration erneuerbarer Energien
Das Projekt wird von SINTEF, Europas größter unabhängiger Forschungsorganisation, koordiniert. Das Projektkonsortium setzt sich aus insgesamt vierzehn Projektpartnern, darunter sieben angewandte Forschungseinrichtungen (EMPA, Holoss R&D, IDENER, K1-MET, NORNER, SINTEF, VITO), vier Großunternehmen (FARPLAS, Johnson Matthey, Johnson Matthey Davy Technologies, Procter & Gamble Services Company), drei Klein- und Mittelunternehmen (eChemicles, Holoss, ETA-Florence Renewable Energies), aus zehn verschiedenen europäischen Ländern zusammen. K1-MET übernimmt im Projekt eine zentrale Rolle als Lieferant industrieller CO2-haltiger Gase inklusive deren Aufreinigung und stellt damit den ersten Schritt der Wertschöpfungskette dar. Eine zentrale Fragestellung des Projekts ist, wie rein und wie konzentriert das CO2 aus industriellen Emissionsquellen tatsächlich sein muss, um eine effiziente und langlebige elektrochemische Umwandlung zu Ethylen zu ermöglichen. K1-MET wirkt maßgeblich an den Konzepten zur industriellen Skalierung und Replizierung der Technologie mit und koordiniert die Erstellung einer Verunreinigungstoleranz-Matrix für eine industrieübergreifende Umsetzung unter Realbedingungen. Darüber hinaus leitet K1-MET den Industriebeirat und trägt zur Erstellung der technoökonomischen Bewertung bei.
Nähere Informationen sowie Neuigkeiten zu aktuellen Tätigkeiten des REACT Projekts sind über die offizielle Webseite (https://www.react-horizon.eu/) abrufbar.
Rahmenbedingungen
PROJEKTLAUFZEIT:
1. Mai 2026 bis 30. April 2030 (48 Monate)
FÖRDERPROGRAMM:
Dieses Projekt wird von der Europäischen Union gefördert (CINEA – Europäische Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt, Fördervereinbarung Nr. 101269395).
PROJEKTKONSORTIUM:
Beginnend mit der Projektkoordination, setzt sich das Konsortium aus folgenden Mitgliedern zusammen:
- SINTEF (Norwegen)
- eChemicles (Ungarn)
- EMPA (Schweiz)
- ETA-Florence Renewable Energies (Italien)
- FARPLAS (Türkei)
- Holoss (Portugal)
- IDENER (Spanien)
- Johnson Matthey PLC (GB)
- Johnson Matthey Davy Technologies Ltd (GB)
- K1-MET GmbH (Österreich)
- NORNER Research AS (Norwegen)
- Procter & Gamble Services Company N.V. (Belgien)
- VITO (Belgien)

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